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| 25.07.2026

Hofnachfolge 2026: Wenn der Nachwuchs fehlt

Hofnachfolge 2026: Wenn der Nachwuchs fehlt

Der Betriebsleiter nähert sich dem Rentenalter, die Übergabe steht an – doch in der

Familie findet sich niemand, der den Hof weiterführen will. Was früher die Ausnahme war,

ist in der deutschen Landwirtschaft längst Alltag geworden. Die Hofnachfolge

entwickelt sich zu einer der drängendsten Fragen der Branche. Wir zeigen, wie die Lage 2026

ist und welche Wege Eigentümern offenstehen.

Die Betriebsleiter werden älter

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Während 2010 noch rund ein Drittel der Landwirte

jünger als 45 Jahre war, lag dieser Anteil wenige Jahre später nur noch bei etwa einem

Viertel. Im Gegenzug stieg der Anteil der Betriebsleiter ab 55 Jahren deutlich an –

inzwischen sind fast vier von zehn Landwirten 55 Jahre oder älter. Damit rückt die Übergabefrage für einen großen Teil

der Betriebe in greifbare Nähe.

Nachfolge oft ungeklärt

Gleichzeitig ist die Nachfolge in vielen Familienbetrieben nicht gesichert. Bei den im

Rahmen der Landwirtschaftszählung befragten Einzelunternehmen mit Inhabern ab 55 Jahren

war die Nachfolge nur in einem Teil der Fälle geregelt – ein erheblicher Anteil der

Betriebe steht damit ohne klare Perspektive da. Der

Strukturwandel setzt sich entsprechend fort: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in

Deutschland ist über die Jahrzehnte von über einer Million auf rund 255.000 (2024)

zurückgegangen, wobei fehlende Hofnachfolgen eine wesentliche Rolle spielen.

Außerfamiliäre Übergabe als wachsende Option

Findet sich in der Familie niemand, muss der Hof nicht zwangsläufig aufgegeben werden. Die

außerfamiliäre Hofübergabe gewinnt an Bedeutung – auch wenn sie bislang noch selten ist

und Schätzungen ihren Anteil nur bei wenigen Prozent aller Übergaben sehen. An landwirtschaftlichen Hochschulen gibt es viele

junge Menschen, die keinen Hof erben, aber dennoch Landwirt werden möchten. Eine Übergabe

außerhalb der Familie ist für viele Eigentümer emotional eine hohe Hürde, kann den Betrieb

aber als Ganzes erhalten.

Was Eigentümer frühzeitig klären sollten

Eine Übergabe – ob innerhalb oder außerhalb der Familie – berührt rechtliche,

finanzielle, steuerliche und versicherungstechnische Fragen. Je nach Bundesland gelten

zudem unterschiedliche erbrechtliche Grundlagen wie die Höfeordnung, Anerbenrechte oder das

BGB-Erbrecht. Wer den Prozess früh angeht und fachlichen Rat einholt, schafft die besten

Voraussetzungen für eine geordnete Lösung – und vermeidet, dass am Ende nur noch die

Aufgabe oder der Verkauf unter Zeitdruck bleibt.