| 20.07.2026
Während Landwirte im Schnitt rund 400 Euro Pacht je Hektar zahlen, bieten Windkraftbetreiber pro Anlage schnell das Fünfzig- bis Hundertfache. Für Eigentümer von Acker- und Waldflächen ist das eine historische Chance – wenn sie die Fallstricke kennen.
Für eine einzelne Windenergieanlage liegt die jährliche Pacht üblicherweise zwischen 20.000 und 70.000 Euro, je nach Standort, Windangebot und Anlagenleistung.[1] Bei Ausschreibungen für besonders gute Standorte wurden – umgerechnet pro Windrad und Jahr über eine Laufzeit von 25 Jahren – sogar Gebote zwischen 130.000 und über 300.000 Euro erzielt.[2] Zum Vergleich: Der durchschnittliche Pachtzins für Ackerland lag laut Statistischem Bundesamt zuletzt bei rund 400 Euro je Hektar und Jahr.[1] Auch Freiflächen-Solar ist lukrativ – hier werden meist 3.500 bis 5.000 Euro je Hektar geboten.[1]
Bis 2030 sollen 80 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien kommen, und das „Wind-an-Land-Gesetz“ verpflichtet die Länder, mindestens zwei Prozent der Fläche für Windkraft auszuweisen.[3] Der Flächenbedarf pro Windrad ist gering – oft weniger als ein Hektar –, sodass die restliche Ackerfläche weiter bewirtschaftet werden kann.[3] Das Ergebnis: Projektierer suchen händeringend geeignete Grundstücke, und die Pachten steigen seit Jahren.
Beides kann sinnvoll sein. Wer verpachtet, sichert sich über 20 bis 30 Jahre stabile Einnahmen – bindet die Fläche aber langfristig und sollte die Verträge (Laufzeit, Anpassungsklauseln, Rückbau) genau prüfen.[1] Wer stattdessen verkauft, erhält sofort Liquidität – und die Kaufpreise für Ackerland sind aktuell auf Rekordniveau. Auch Waldflächen mit Windkraftpotenzial sind besonders gefragt. Welche Variante besser passt, hängt von Ihrer Lebensplanung, der Fläche und Ihrer steuerlichen Situation ab.
Ob Wind, Solar oder klassischer Verkauf – die Energiewende hat den Wert vieler landwirtschaftlicher Flächen deutlich erhöht. Wichtig ist, den realistischen Marktwert zu kennen, bevor Sie einen langfristigen Vertrag unterschreiben. Wie sich die Konkurrenz um Flächen zwischen Landwirtschaft und Energie entwickelt, zeigt auch unser Beitrag Solarpark vs. Acker.
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Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar.