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| 13.07.2026

Wald-Boom : Warum Investoren jetzt jeden Hektar suchen

Wald-Boom : Warum Investoren jetzt jeden Hektar suchen

Trockenheit, Borkenkäfer, abgestorbene Fichten – und trotzdem übersteigt die Nachfrage nach Waldflächen das Angebot bei Weitem. Wer heute Wald besitzt, sitzt auf einem gefragten Sachwert. Was ein Hektar wirklich wert ist und warum jetzt viele verkaufen, lesen Sie hier.

Was kostet ein Hektar Wald 2026?

Einen bundesweiten Durchschnitt zu nennen, ist schwierig – der Markt ist extrem regional. Der Immobilienberater Colliers ermittelte für Deutschland einen mittleren Waldpreis von rund 12.700 bis 12.900 Euro je Hektar, mit einer Spanne von etwa 7.400 Euro in Thüringen bis 25.000 Euro in Bayern; für einzelne Liebhaberflächen in Oberbayern wurden sogar bis zu 60.000 Euro je Hektar gezahlt.[1] Über zehn Jahre betrachtet sind die Preise für forstwirtschaftliche Flächen um rund zwei Drittel gestiegen.[1] Der Wert setzt sich dabei aus zwei Teilen zusammen: dem Bodenwert und dem Bestandeswert, also der Menge und Qualität des stehenden Holzes.

Warum kaufen Investoren trotz Klimaschäden?

Die Schäden sind real: Durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer wurden in Deutschland mehrere Hunderttausend Hektar Wald zerstört, und laut Waldzustandserhebung 2024 ist nur noch rund ein Fünftel der Bäume gesund.[2] Dennoch gilt Wald als solides Investment: ein knapper, inflationsgeschützter Sachwert, der nachwächst und dessen Ökosystemleistungen (CO₂, Wasser, Biodiversität) bislang gar nicht eingepreist sind – viele Fachleute halten Wald deshalb sogar für unterbewertet.[1] Für den direkten Kauf werden meist größere, zusammenhängende Flächen gesucht. Kleinere Waldstücke unter drei Hektar – der häufigste Fall in Deutschland – lassen sich am besten über einen spezialisierten Makler an den passenden Käufer bringen.

Diese Faktoren bestimmen den Preis Ihres Waldes

  • Holzvorrat & Baumarten: Vorratsstarke Bestände und gefragte Arten (z. B. Eiche) heben den Wert deutlich.
  • Lage & Erschließung: Windgeschützte Lagen mit gesicherter Zuwegung sind mehr wert als schwer erreichbare Flächen.
  • Größe & Zuschnitt: Ab 75 Hektar entsteht eine Eigenjagd – das steigert den Wert zusätzlich.
  • Zusatznutzung: Eignet sich die Fläche für ein Windrad, kann das den Ertrag vervielfachen (mehr dazu in unserem Beitrag zur Windrad-Pacht).

Was das für Verkäufer bedeutet

Die Kombination aus knappem Angebot, Inflationsschutz und wachsendem Investoreninteresse macht den aktuellen Markt für Verkäufer attraktiv. Wer den falschen Preis ansetzt, verschenkt jedoch schnell fünfstellige Beträge – gerade beim schwer einzuschätzenden Holzbestand. Eine fundierte Bewertung durch Fachleute ist daher der erste Schritt. Entwickelt sich Ihr Wald preislich ähnlich wie Ackerland? Einen Überblick geben wir im Beitrag zu den Bodenpreisen 2025.

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Quellen

  1. portfolio institutionell / Colliers Forstmarktbericht: „Wald ist unterbewertet“ – portfolio-institutionell.de
  2. Waldzustandserhebung 2024, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Mai 2025 – Zusammenfassung

Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag stellt keine Anlage- oder Rechtsberatung dar.